Rettet den Wald…



Das nenne ich mal kreativ. Kurz, knackig, einprägsam. Sauber!
(via schwarz-weiss.cc)

24 Jul 2009 Noch keine Meinung Tweet this



Wo es die Zeitung von morgen schon heute gibt…

Gestern war ich im Druckhaus Spandau der Axel-Springer AG zu Besuch und habe mir einmal die Technik, die Abläufe und den Maschinenpark dort angeguckt.

Da es für euch sicher auch interessant ist, wie soetwas entsteht, werde ich euch im Folgenden den kompletten Werdegang einer solchen Zeitung in der Produktion schildern.

Logischerweise geht es mit den Inhalten los. Irgendwo müssen diese herkommen und die Techniken der Informationsbeschaffung, seien es nun Inhaltliche Recherchen, das Durchsehen von Presse- und Agenturmeldungen oder das Beschaffen von geeignetem Bildmaterial lasse ich mal aussen vor. Da können Andere fundierter drüber berichten und die Abläufe besser und differenzierter erklären.

Die geschaffenen Inhalte werden nun in ein Content-Management-System übertragen und landen dann irgendwann auf den Tischen von Layoutern und den Verantwortlichen, die Bestimmen, wo was steht und wie die morgige Ausgabe aufgebaut sein wird.

Das Ergebnis dieser diffizilen Prozesse sind die einzelnen Zeitungsseiten als Druckfähige Vorlage für die Druckerei.

Nun beginnt die Arbeit in der Druckerei über die ich etwas genauer berichten möchte.

Alles muss einen Anfang haben, die Produktion einer Zeitung jedoch hat mehrere. Anfangen möchte ich jedoch im Papierlager. Im Druckhaus Spandau werden am Tag ca. 1,3 Millionen Tages- und Wochenzeitungen gedruckt. Dafür werden täglich im Schnitt 200-300 Rollen Papier von den Robotern in die automatischen Papiereinzugstürme geladen. Jede Rolle hat eine Papierlänge von ca. 21 Kilometern und ein Gewicht von 1,3-1,5 Tonnen.

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Das automatisierte System versorgt die Druckwerke rund um die Uhr mit einem nie abreißenden Strom an Zeitungspapier, welches in der Regel eine Grammatur von ca. 42g/qm hat.

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Für das Papier ist also gesorgt. Was fehlt denn nun noch? Richtig, der Inhalt.

Zeitungen werden heute in aller Regel 4-Farbig, also Bunt gedruckt. Der Druck geschieht für jede Farbe einzeln. Daher braucht die Druckerei auch 4 Druckvorlagen. Für jede Farbe eine. Dies sind die Farbauszüge des 4-Farb Satzes, auch CMYK genannt. Aus den Druckfarben Cyan, Magenta und Yellow lassen sich viele Farben herstellen. Das Schwarz wird für Schrift und einen satteren Schwarzton sowie für die Ergänzung der drei Farben genutzt.

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Für jede Druckfarbe wird also ein Farbauszug gebraucht. Im Druckhaus Spandau wird im Offsetverfahren gedruckt. Also werden vier Platten vom Plattenbelichter belichtet, ausgewaschen und für die Druckzylinder vorbereitet. Über ein spezielles Transportsystem wandern diese Platten dann direkt zu den einzelnen Druckwerken in die sie eingespannt werden müssen. Im Schnitt werden am Tag im Druckhaus Spandau 2000-3000 dieser Platten hergestellt und genutzt.

Nun haben wir das Papier, die Druckplatten und jede Menge Technik. Als nächstes muss die Farbe aufs Papier gebracht werden. Wie genau eine solche Druckmaschine und das Offsetverfahren funktioniert werde ich in einem anderen Artikel etwas genauer beschreiben, wenn ich dazu mal die Zeit finde.

Das endlose Band von Papier kommt aus den Papiereinzugsmaschinen in die Druckmaschine mit ihren einzelnen Druckwerken und wird in einer wahnsinnigen Geschwindigkeit bedruckt.

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Das Ergebnis sind bereits zusammengefaltete, quasi fertige Zeitungen. Am Ende jeder Druckmaschine arbeiten eine Handvoll Spezialisten, die ständig die Qualität des Druckbildes und vor allem der Farben überprüfen und an einem Steuerpult den Farbauftrag der einzelnen Druckwerke fein nachjustieren können. So wird nach einiger Zeit ein optimales Druckergebnis erzielt.

Immer mal wieder wird die laufende Produktion unterbrochen, weil die Zeitungsredaktionen die ein oder andere Seite aktualisiert haben oder die Produktion auf ein anderes Druckerzeugnis umgestellt wird.

Die Auflage einer Zeitung kann sich also in sich durchaus gewaltig unterscheiden. Ab und an werden ganze Artikel ausgetauscht oder kleine Fehler korrigiert. In einer Zeitung die in Berlin Mitte verkauft wurde und der gleichen Zeitung die ein wenig ausserhalb verkauft wurde, kann also durchaus an einigen Stellen etwas komplett anderes stehen.

Über ein schier endloses Transportsystem werden die Zeitungen nun zur Weiterverarbeitung oder ins Lager geschickt. Nicht aktuelle Teile, wie z.B. der Immobilienteil einer Wochenendzeitung werden unter der Woche produziert und vollautomatisch auf großen Rollen zwischengelagert.

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Nun aber zur Weiterverarbeitung. Die Zeitungen landen in großen Maschinen, die diese aufklappen. Die Hinterseite einer Zeitung ist bis dahin kürzer als die Vorderseite. Dieser Trick ermöglicht einer Maschine, diese automatisch in der Mitte aufzuklappen um weitere Teile der Zeitung (z.B. den Immobilienteil) oder Werbebroschüren automatisiert einzubringen.

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Ist dieser Vorgang abgeschlossen, durchläuft jede Zeitung eine weitere, automatische Qualitätskontrolle. Sie wird mittels Fotozelle abfotografiert um zu gewährleisten, dass alles richtig herum im Produktionskreislauf war, und gewogen um zu garantieren, dass alle Seiten und Beilagen im fertigen Produkt vorhanden sind.

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Anschließend wird die Zeitung an drei Seiten beschnitten um überschüssiges Papier wegzuschneiden, und die Zeitung auf ihr endgültiges Format zu bringen. Die gleiche Maschine verpackt die Zeitungen in handlichen Stapeln, schnürt und tütet sie ein, damit sie dann von Kurierfahrern in die Zeitungskioske gebracht werden kann.

Ein paar Stunden später liegt sie dann auf euren Frühstückstischen oder landet auf dem Weg ins Büro oder die Uni in euren Händen.

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Wenn ihr mehr über die Produktion von Druckerzeugnissen wissen wollt, fragt einfach in den Kommentaren. Ich hoffe, euch hat dieser kleine Einblick gefallen.

Und bitte entschuldigt die teilweise schlechte Qualität der Bilder. Ich hatte nur eine Handykamera zur Hand welche bei dem etwas dürftigen Licht nicht so überragende Ergebnisse geliefert hat. ;)

10 Jun 2009 Noch keine Meinung Tweet this