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Tag 3 – Noch ein Tramptag – oder auch nicht…

4.8. – Izola, SlowenienP1000734.JPG

Um 0600 wurden wir wach, die Nacht war kurz, aber irgendwie hatte es gereicht. Der neue Morgen erwartete uns mit etwas besserem Wetter. Es regnete nicht mehr, und nur am frühen Morgen kamen vereinzelt ein paar Tropfen herunter.

Wir packten die Sachen und gingen erst einmal ausführlich baden. Wenn man denn schon mal da war, musste man die erstbeste Chance ja schließlich nutzen.P1000744.jpg

Unsere nächste Anlaufstelle war die Innenstadt von Izola. Direkt neben der Post setzten wir uns in ein nettes Cafe, Kaffee trinken, SMS schreiben, Zähneputzen und Rasieren. Danach einfach nur dasitzen, klönen und Gedanken zu Papier bringen.P1000756.JPG

Da das Brot alle ist, und der Markt nebenan lockt, besorgen wir uns beim Bäcker österreichisches Brot (nicht bewusst, aber scheinbar war es ein österreichischer Bäcker) und auf dem Markt leckeres Obst und die obligatorische Ladung Wasser. Der Verkäufer des Marktstandes war sehr findig. Wir standen vor der Bude seines Konkurrenten und er deckte uns mit einem Schwall europäischen Potpouris ein. “Hello, Hallo, Bonjur,… you want to buy some fruits? Wollt ihr leckeres Obst kaufen?…” Schon hatte er uns in seinen Bann gezogen, und wir kauften natürlich bei ihm ein. Inzwischen hat das Wetter aufgeklart und die Temperaturen kratzen an der 30° Marke.

Aus irgendeinem Grund besuchen wir überall wo wir sind die Kirchen. – Nicht etwa weil wir unheimlich gläubig sind, sondern weil es immer mal wieder sehr faszinierende Kirchen mit reichhaltiger Geschichte gibt. Auch hier gab es wieder etwas zu sehen und zu erfahren. Die Kirche, ich habe leider den Namen vergessen, war einem Heiligen, dessen Namen ich leider auch nicht notiert habe, durch die pure Kraft seiner Gebete vor der anrauschenden Flotte der Sarazäen gerettet. Mag man es glauben oder auch nicht, aber solch kleine Episoden und die ausgestellte Kunst zeugen doch sehr oft vom ehemaligen Zustand und Bedeutung der Stadt. – Demnach war Izola nicht sehr bedeutend, jedoch nicht vollkommen ab vom Schuss.

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Frisch gestärkt machen wir uns auf den Weg in Richtung Kroatien. Leider entpuppt sich die Ausfallstraße und auch die ganzen Touristen als äusserst ungeeignet zum Trampen. Daher beschließen wir mit dem Bus weiter zu fahren. In Kroatien würde es sich besser trampen lassen, beschließen wir und machen uns für teuer Geld auf in Richtung Grenze. In Portoros (man möge verzeihen, dass ich die Namen nicht immer richtig schreibe, denn ich finde die Akzente die hier einige Ortsnamen schmücken einfach nicht.), dem Westerland Sloweniens beschlossen wir, dass es blödsinnig wäre, weiter in Richtung Süden zu trampen. Spätestens Pula wäre eine Art Sackgasse gewesen, und auch die Temperaturen luden nicht zum tippeln ein.

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Mit dem Bus ging es weiter in Richtung Koper um dort mit dem Zug über wunderschöne Strecken nach Rijeka in Kroatien zu fahren. Dort wollten wir es mit dem Trampen wieder versuchen. Wir waren ja schließlich im Urlaub. Selbstkasteneiung und Schindertum war hier nicht der richtige Ort und auch nicht die richtige Zeit.

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Auf unserer Zugfahrt wurden wir nicht kontrolliert. Dafür mussten wir uns zwei Grenzkontrollen von griesgrämigen Zöllnern gefallen lassen, die so aussahen als würden sie uns am liebsten aus dem jeweiligen Land rausschmeißen wollen. Wir stanken nicht, oder zumindest nicht mehr als alle anderen und sahen auch nicht abgerissen und ungepflegt aus. Im Zug wurde uns dann von anderen Reisenden die absonderliche Geschichte erzählt, dass man in Kroatien nicht trampen dürfte, und die Polizei, wenn sie einen aufgriff, mit absurden Strafen belegen dürfte. Also beschlossen wir, das Trampen erst einmal bleiben zu lassen. Wir wollten eh eine Teilstrecke mit der Fähre zurücklegen.

Gegen 18.00 waren wir dann endlich in Rijeka. Dort stand tatsächlich ein Gepäckträger mit seinem bunt angemalten Gepäckkarren um Touristen abzufangen und ihr Gepäck in deren Unterkünfte zu bringen. – Wir liefen natürlich.

Der Plan sah vor etwas Geld zu drucken und ein Schlafquartier zu finden. Am Busbahnhof von Rijeka fanden wir ein Cafe in dem ich mit dem Gepäck wartete, während Bente am Automaten der örtlichen Volksbank ein paar Kroatische Kuna druckte. Die übliche, weitere Vorgehensweise war es, bei einer Kirche nach Unterkunft zu fragen. Die örtlichen Baptisten waren scheinbar gemütlich ins Gebet vertieft, denn uns wurde noch nicht mal die Tür geöffnet.

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Alle Fernbusse waren gefahren und wir wollten eigentlich nicht in Rijeka bleiben. Bente hatte eine Art Panikanfall. Dieser legte sich zum Glück wieder, nachdem wir am Hafen angekommen waren. Die Fähre war auch gerade gefahren und würde erst wieder in ein paar Tagen fahren. Dafür sollte am nächsten Tag um 17.00 ein Katamaran nach Novalia, Pag fahren. – Perfekt! Wir schlenderten an der Kaimauer entlang und versuchten einen Tramp per Schiff oder zumindest einen Schlafplatz auf einem Schiff zu bekommen. Scheinbar stieß das nicht auf große Begeisterung. Alle lachten uns zu, und reckten den Daumen nach oben, aber an Bord durften wir nicht. Auch fuhr niemand am nächsten Tag irgendwo hin, so dass wir nach ca. einem Kilometer am Ende der Hafenmole ankamen.

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Hier am Leuchtfeuer fanden wir einen einigermaßen Wind- und Sichtgeschützen Platz. Dies sollte also unser Nachtlager werden. Erstmal gab es etwas deftiges zu Essen. Eine Dose Kartoffelsuppe mit Fleischbeilage blubberte bald auf unserem kleinen Trangier vor sich hin. Man konnte es sogar ganz gut essen. Wir ernteten zwar verwunderte Blicke, aber so richtig störte sich niemand an uns. Dies sollte später so bleiben, nachdem wir uns mit einem Poncho einen Regenschutz gebaut und es uns auf unseren Isomatten bequem gemacht hatten.

Wie so oft suchten wir uns zum Schlafen immer genau die Plätze an denen sich auch die ganzen Einheimischen und Touristen rumtrieben. – Das spricht für unseren guten Geschmack. Das Panorama dass sich uns hier bot war so wunderschön, dass ich intensiven Gebrauch von meiner Kamera machte. Der Gorillapod erwies sich als unverzichtbares Zubehör. Leicht, flexibel und gut zu benutzen. Super Sache das.

Im Folgenden gibt es noch ein paar mehr Bilder:

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Tag 2 – Über die flachen Alpen…

03.08.2009

Hermann brachte uns nach einem Kaffee zum Frühstück zurück an die Raststätte Bayerwald. Wir begaben uns zurück auf die endlos lange Straße in Richtung Süden. Der erste Tramp brachte uns zur Raststätte in Linz. Dort merkte man ganz schnell, dass man irgendwie nicht mehr in Deutschland war. Die Leute redeten einigermaßen verständlich, aber die Beschilderung kam uns gar merkwürdig vor:

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Nun denn. In Österreich kann man als Tramper schon arg verzweifeln. Jedenfalls hatten wir mehr Pech als Glück. In Linz fand sich recht schnell jemand der extra einen Umweg fuhr um uns nach Salzburg Nord zu bringen. Eigentlich wäre die beste Route die über Graz -> Maribour gewesen, aber wir wollten ja auf den Triglav. Daher der Umweg über Salzburg und Villach. In Salzburg standen wir geschätzte zwei bis drei Stunden, bis uns ein netter Tscheche nach Salzburg West fuhr. Dort war die Haupteinfallsroute für Touristen und Reisende in Richtung Süden. Bisher hatten wir nur wenige, recht flache Berge gesehen. Kaum Ausgestiegen und die Seiten gewechselt, war uns das Tramperglück mal wieder hold. Wir durften es uns auf einer improvisierten Bank im Heck eines VW-Busses aus Tübingen bequem machen. Zwischen Kajak, trocknenden Unterhosen, Paddeln und allerlei anderer Ausrüstung begann unsere schaukelnde Fahrt durch die Alpen.

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Kurz vor Villach ließen wir uns absetzen, da die Beiden, eine Sportstudentin und ihr Dozent, kurz danach in eine für uns ungünstige Richtung abbiegen wollten. – Wären wir bloß mal mitgefahren…

Die Raststätte erwies sich als äusserst schlechtes Jagtrevier für Tramper. Hier hielten hauptsächlich voll beladene Urlaubskaravanen die keinen Platz für uns hatten oder haben wollten. Die Menschen waren gestresst und unfreundlich. Naja, warum man sich bei der Fahrt in den Urlaub oder im Urlaub stressen lässt, ist mir bis heute ein Rätsel, aber es gibt genug Menschen die das so halten. – Jeder wie er mag…

Zu allem Überfluss fing es dann auch noch an zu regnen. Nach einiger Zeit, es waren noch mal geschätzte 2-3 Stunden, erbarmte sich ein nettes Lehrerpärchen aus Kaiserslautern mit Hund und Wohnwagen. Das Gepäck im Wohnwagen deponiert, am Hund vorbei ins Auto geschlichen, ging es los. Weiter in Richtung Süden. – Nächster Halt: Slowenien.

Eigentlich wollten sie nicht sehr viel weiter fahren, hatten keine Karte und auch keine große Lust mehr. Wir mussten wie ein Quell heiteren Lebens gewirkt haben, denn wir konnten sie überreden zumindest bis nach Ljubliana zu fahren. Es regnete beständig und auch die Julischen Alpen waren in einer Wand aus Nebel und Regen versteckt. Wir kamen zu dem Schluss, dass die Alpen flach sein müssten, da wir bis hier hin keinen ausgewachsenen Berg gesehen hatten. Den Triglav, so beschlossen wir, würden wir uns für das Ende unserer Tour aufheben, wenn das Wetter hoffentlich etwas besser sein würde.

Ljubliana wird von den Österreichern übrigens immer noch standhaft Laibach genannt, und auch Google Maps wandelt Ljubliana in Laibach um. Merkwürdige Sache das.

Kurz hinter Ljubliana, es regnete immer noch, konnten wir unsere nette Reisebegleitung davon überzeugen, dass es an der Küste, wo sie eh hin wollten, wohl viel besseres Wetter geben musste. Also fuhren sie weiter bis nach Izola, das wir spontan zu unserem heutigen Reiseziel erkoren, da es eh ein Zwischenstop auf unserer Liste war.

Das Wetter gab uns recht. Der Regen war in Izola noch nicht angekommen und wir verabschiedeten uns herzlich von dem netten Pärchen aus Kaiserslautern. Unser Ziel war eine Lokalität am Rande von Izola, wunderschön direkt am steinigen Strand gelegen. Diese Lokalität, in der vor einigen Jahren als Bente dort war, noch jegliche Art von Getränken ausgeschenkt wurde, jedoch auf Grund fehlender Sanitärer Anlagen und einem interessanten Hygienekonzept ein Club war, in dem man Mitglied sein musste, um dort in den Genuss der erlesenen Karte, Dosenbier und Kaltgetränke aus Dosen zu kommen, sollte uns als Nachtquartier dienen. Den Club gab es nicht mehr, doch die Sitzecken davor luden uns ein, vor dem Regen schutz zu suchen und eine gemütliche Nacht zu verbringen.

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Hier hatte man eine wunderbare Aussicht auf Koper und Triest. Wir begossen die nächsten 640 Kilometer mit einer leckeren Flasche Wein. Leider fing es dann doch noch an zu regnen und unsere guten alten Bundeswehrponchos, die eigentlich den Träger bei einem ABC-Angriff vor allem möglichen schützen sollten, leisteten gute Dienste bei der Abwehr von ungemütlichen Regentropfen, da die Dächer eher ein Schatten ihrer alten Vergangenheit waren und mit Löchern reichlich übersäht waren.

Es gesellten sich dann noch einige Jugendliche zu uns, die stolz vom bevorstehenden U2 Konzert in Zagreb erzählten, ansonsten jedoch kaum der englischen Sprache mächtig waren. Diese Störung verzog sich dann jedoch auch recht schnell und wir konnten uns in unsere Schlafsäcke begeben.

Wieder was gelernt: Die Alpen sind flach und Österreich ist ein schreckliches Land zum Trampen.



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